Da mir mittlerweile keine dämlichen Einleitungssätze von wegen "Es ist wieder so weit" oder ähnlichem einfallen wollen, geht es heute ohne langem Vorgebrabbel gleich richtig los.
Die Woche verging wie immer recht schnell. In der Arbeit wird man immer ganz gut unterhalten, nicht zuletzt wegen lustigen Arbeitskollegen. Da ich jetzt schon die siebte Arbeitswoche hinter mir habe, ist natürlich das deutsch-spanische Verhältnis deutlich lockerer und auch lustiger. Die Spanier machen sich einen heiden Spaß daraus, wem die besseren, umgangssprachlicheren und auch versauteren Wörter einfallen, die sie dann mit großem Eifer mir beibringen wollen. Diese Woche habe ich zum Beispiel den ersten Zungenbrecher auf spanisch gelernt ("Tres tristes tigres comian trigo en un trigal!"). Die ersten Versuche meinerseits sorgten natürlich für großes Gelächter aber mittlerweile hab ich ihn drauf. ;) Auf der anderen Seite fragen sie mich immer wieder, was dieses oder jenes Wort denn auf deutsch heisst und versuchen es dann nachzusagen. Das ganze hört sich jetzt hier vielleicht nicht so witzig an, ist es aber. :D
Dieses Wochenende war dann wieder schneller da, als man schauen konnte. Da der Franzose unter der Woche auf Geschäftsreise war und erst am Freitag Nachmittag zurückkommen sollte, habe ich eigentlich schon damit gerechnet, dass am Freitag Abend nichts mehr gehen wird. So war es dann leider auch, aber gut, man soll sich nach einer Arbeitswoche ja auch nicht verausgaben. Samstag nach dem ausgiebigen ausschlafen wollte ich dann aktiv werden. Das war ich dann auch!!! Wahnsinn! Ich dachte mir so, eigentlich könntest ja mal ins Schwimmbad gehen, natürlich ins Hallenbad, weil 20° einfach schon zu kalt sind. Also rein ins Internet und auf der Zaragoza Homepage mal geschaut, was sie im Angebot haben. Die Ernüchterung machte sich leider recht schnell breit, da ich ein Schwimmbad wie man es aus Deutschland kennt (also eher ein Erlebnisbad mit Rutschen, mehreren Becken, Jacuzzi etc.) nicht gefunden habe... Trotz allem wollte ich an dem Gedanken festhalten und so hab ich mir dann ein aufgelistetes Schwimmbad bei mir in der Nähe rausgesucht. Neben der kurzen Entfernung sprach mich vor allem der stattliche Name "Palacio Municipal de Deporte" (etwa: stätdischer SportPALAST) an. Bei dem "Deporte", also Sport, im Namen bin ich zwar schon etwas stutzig geworden, weil ich das nicht mit einem Erlebnisbad konform bringen konnte. Egal. An der Stelle angekommen sah ich dann diesen "Palast" in seiner imposanten Pracht. Wer sich jetzt unter "Palast" ein modernes Gebäude mit viel Glas, Prunk, verchromten Fassaden, schön angelegtem Eingangsbereich mit Pflanzen, Springbrunnen und Franziskaner-Weißbier vorstellt, der irrt sich gewaltig! Ein gammliges, halb eingestürztes, lieblos geplantes und gebautes Gebäude aus den 70ern oder 80ern vollgesprayt, Dreck und Müll an den Häuserwänden und überhaupt nichts, aber auch gar nichts, was den Namen Palast rechtfertigt, fand ich an der Stelle vor. Nach langem Überlegen, bin ich dann doch reingegangen. Oh mein Gott, so hatte ichs befürchtet: Ein Becken mit abgegrenzten Bahnen und lauter Profischwimmern (in etwa 8) mit Badekappen, Taucherbrillen mit Infrarotsichtgerät und Digitalbildschirm, auf denen die Zwischen-, Durchschnitts-, Best- und was weiss ich noch für Zeiten auf einen Blick abrufbar sind, Badehosen aus Fischschuppen mit ergonomischem Ritzenschnitt und eiskaltem "Ich-mach-dich-alle"-Blick starrten mich entgeistert an, als ich lässig mit Bermuda Shorts und ohne Badekappe Richtung Becken ging. Naja ich hab mich natürlich so richtig fehl am Platz gefühlt, aber wurst. Ich hab also das Beste draus gemacht. Eine Stunde geschwommen, meinen Body gestählt und zudem soll das ja auch ganz gut für den Muskelaufbau in meinem lädierten Fuß sein. Trotz allem war's eigentlich doch ganz nett ;)
Am Abend ist dann leider wieder nichts zusammengegangen, weil mich der Franzose schlicht und ergreifend vergessen hat. Er war zum Essen eingeladen und wollte mir dann noch schreiben, das ist wohl aber irgendwie im allgemeinen Trubel untergegangen. Ist auch nicht so schlimm, da ich nach meiner sportlichen und schwimmerischen Meisterleistung und der wohl langweiligsten Fußballparty seit mehreren Jahren im öffentlichen Fernsehen doch auch ziemlich müde war.
Heute war ich dann noch etwas zu Fuß unterwegs, die Sonne noch etwas genießen, man weiss ja nicht, wie lange sie noch da ist. Aber man merkt jetzt schon, dass es auch hier ziemlich herbstlich wird. Um 5 waren wir dann noch in der Stammkneipe Fußball anschauen (Zaragoza - Villareal 4-1) bevor es dann auch schon wieder Abend wurde und man sich sowohl geistlich als auch essenstechnisch auf den morgigen Arbeitsbeginn einstellen musste.
Also dann, auf eine erfolgreiche, für mich nur aus 3 Arbeitstagen bestehende kommende Woche! Nicht nur ihr hofft, dass es nächste Woche mal wieder Partyberichte gibt...
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