Hallo zusammen.
wie der Titel schon sagt, es ist wieder so weit. Die ersten Erfahrungen mit dem Ausnahmezustand "El Pilar" müssen den interessierten Leuten in und um Gilching berichtet werden. Eines vorweg, was hier los ist, ist absolut gar nicht mit dem "Normalzustand" vergleichbar. Aber wem sag ich das, ihr habt ja alle die letzten zwei Wochen vergleichbares erlebt.
Also die Arbeitswoche war wieder gut, schnell rum, viel zu tun und viel gemacht/gelernt. Nach dem UEFA-Cup Aus für Real Zaragoza am Mittwoch Abend war die Stimmung am Donnerstag zwar etwas angeknachst, aber ich hab es mir selbstverständlich nicht nehmen lassen, nochmal nachzuhaken, was am Vorabend genau passiert ist. :)
Freitag Nachmittag hat man dann noch nicht allzuviel von den Feierlichkeiten bemerkt. Nach dem obligatorischen Putzen und Aufräumen hieß es dann noch einkaufen. Nachdem ich mich schon auf einen ruhigen Abend eingestellt hatte, bemerkte ich dann um 22.30 dass eine Email vom Franzosen seit 20.00 auf ihre Antwort bzw. auf ihre Aufmerksamkeit wartet. Inhalt: wir treffen uns um 23.00. Gut. Da ich vorher schon wusste, dass der Franzose & Co am Samstag auf ein Konzert gehen wollten, musste ich die Chance auf eine Party natürlich wahrnehmen. Nach dem Essen (selbst für spanische Verhältnisse spät um 23.30, zu dem ich aufgrund vorher gegessener Portion Gnocchi, nur als Zuschauer anwesend war) ging es dann noch zu "Interpenia". Was das war, wusste ich natürlich nicht, aber relativ schnell war klar, eine dicke Sause.
Nunja, um ca 1.00 angekommen sah ich, was da los war. Donnerwetter! Ein Haufen Leute, die alle den Beginn der Pilar den spanischen Gewohnheiten gemäß befeierten. Zwei riesige Pavillions, Hunderte Dixi-Klos und gigantische Bar-Areale füllten neben den geschätzten 2,3,4000 Leuten einen großen Festplatz. Das hätte ich in der Form nicht erwartet. Auf der Bühne wurde das Band-Equipment aufgeräumt, da dort "Nachmittags" bis etwa 24.00 Konzerte stattfinden. Naja, zum zweiten Mal in Zaragoza gab's Maßen, stilecht aus dem Plastikbecher, war mir aber wurst. Die Musik sowie die Stimmung allgemein war auch sehr gut, so dass wir einen echt netten Abend hatten. Da der Platz so voller Leute war, befand sich die Kleidung sowohl vom absolut dreckigen, klebrigen und voller Sangria, Bier, Calimocho (das "Nationalgetränk" hier: 50% Rotwein, 50% Cola, aufgrund der akuten Kopfwehgefahr noch nicht probiert) und anderen Getränken aufgestauten Boden, als auch aus den Bechern der sich vorbeischiebenden Menschenmassen in größter Gefahr. War damals anno 2000-2002 in der Gifthütte das "ständige-vorbei-wollen-der-leute" schon nervig und lästig, wurde dort auf den Interpenias der absolute und unangefochtene Höhepunkt erreicht. Heimgekommen bin ich natürlich wie gewohnt spät, so dass ich mir vorgenommen habe, am Samstag langsam zu machen.
Tagsüber bin ich dann ins Zentrum, um nachzusehen, was so los ist. Am Nachmittag in der Fußgängerzone waren einige "Musikgruppen" oder so, ich würde das mal etwas mit Burschenschaften oder ähnlichem vergleichen, die Singend, Tanzend, Musizierend und ausgiebig Trinkend durch die Innenstadt gezogen sind. Das ganze war natürlich ein netter Anblick, aber ich denke in Worten nicht so zu erzählen. Darum gibt es Bilder. Interessant waren vor allem die "Nachschubswagen" für nunja, Getränke etc. :)
Abends um 19.00 fand dann der "offizielle" Aufmarsch bzw. eine Parade statt. Tausende Zuschauer sahen, wie sich eben diese Musikgruppen der Reihe nach, vorstellten und präsentierten. Neben den tapfer durchhaltenden meist Jugendlichen nahmen auch verschiedene Tanz- Theater- und Verkleidungskünstler daran Teil, die mit ausgefallenen Kostümen etc. auf sich aufmerksam machten. Viel gesehen hat man auf jedenfall.
Abends war ich dann überraschend doch nochmal auf den Interpenias. Eigentlich hatte ich vor, zu dem vereinbarten Treffpunkt um 23.00 zu gehen, mit in die erste Bar zum essen zu gehen und dann heim ins Bett schlafen, weil der Vorabend sowie das lange "spazierengehen" natürlich anstrengend und mich sehr müde gemacht haben. Der Franzose war ja eh auf einem Konzert um 23.00, so dass ich erwartet habe, dass nichts mehr zusammengehen würde. Nachdem mir aber die Verbliebenen in der Bar mitteilten, dass sie für mich schon eine Eintrittskarte gekauft hatten, musste ich natürlich doch mit. Zuerst waren wir aber noch ab 0.30 auf den "Ferias", sprich einem Volksfest mit Attraktionen und Fahrgeschäften. Dort gab es auch ein "Oktoberfest"-Zelt, reingegangen sind wir aber aufgrund dem verlangten Eintritt und den vorhandenen Plänen nicht. Es sah auch ganz nett aus, Bierbänke, bayrische Fahnen und so weiter, aber ein großes Problem ist mir sofort aufgefallen: von der Decke hingen VELTINS (!!!!!!!!!!!!!) Fahnen... Naja, wir wollten ja eh nicht reingehen. Danach war es dann auf den Interpenias wieder lustig und ganz nett, aber natürlich aufgrund meiner Müdigkeit deutlich langsamer, ganz im Gegenteil zu den andern tausenden Besuchern.
Heute waren wir dann noch zu dritt in einem Guiness-Pub Fußball schauen, Barca - Athletico Madrid 3-0, es gab aber nur Cafe und Cola. Kommende Woche muss ich bloß 3 tage arbeiten, ab Donnerstag hab ich frei. Das ist natürlich ganz nett!
Das war's soweit, Grüße und bis die Tage
Exilianer
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