Montag, 19. November 2007

Ab zur Konkurrenz

Sicher fragt sich der ein oder andere, warum zur gewohnten Zeit am Sonntag Abend kein neuer Blogeintrag geschrieben wurde. Ich verstehe natürlich, dass ihr brennend auf neue Information wartet und deswegen ist es heute soweit. Warum ich gestern nicht mehr dazu kam, könnt ihr in den folgenden Zeilen lesen, wenn ihr denn wollt.

Nachdem am letzten Wochenende eine Pyrenäentour auf dem Tagesplan stand, wurde während der Woche schon wieder eifrig diskutiert und überlegt, wohin bzw. was wir an diesem Wochenende machen könnten. Für dieses Wochenende war ein Trip nach Madrid zusammen mit dem Franzosen geplant. Nun gut, zwar reichlich spät (am Freitag Nachmittag) haben wir uns dann endgültig dazu entschlossen, am Samstag Vormittag nach Madrid aufzubrechen. Da der Franzose bevor er nach Zaragoza kam, für ein halbes Jahr in Madrid gewohnt und gearbeitet hat, hatte ich einen Fremdenführer und Tour-planer. Das äusserte sich in der Hotel- bzw. Pensionsuche sowie beim Busticketkauf. Am Samstag um 10:45 sind wir dann mit dem Bus nach Madrid losgefahren. Die Busfahrt dauert ca. 3,5 Stunden, ist eben so wie man eine längere Busfahrt kennt. Es geht schon, gibt aber auch besseres. Nicht ganz uninteressant ist es natürlich, die Landschaft zu sehen und dazu Musik zu hören, zu ratschen oder einen ca. 40 Jahre alten Film auf einem viel zu kleinen Monitor zu schauen.

Um 14.30 sind wir dann in Madrid angekommen, wo unser erster Weg zur Pension unserer Wahl war, damit wir unsere Rucksäcke loswerden konnten. Die Pension war für den Preis absolut gut, das Doppelzimmer (um wilde Spekulationen zu verhindern: mit getrennten Betten) für 40,- die Nacht, dazu halbwegs zentral gelegen, mit Fernseher und ziemlich sauber. Da kannst nix sagn! Um habl 4 (nach kurzem Subwayimbiss) ging es dann mit der Tour durch Madrids Innenstadt los. Mit der Metro sind wir zuerst an den Palacio Real gefahren, der schlaue Leser kann sich vielleicht denken, dass es sich hier um den Palast der Königsfamilie handelt. Zwar lebt Juan Carlos (der aktuelle König) nicht mehr darin, imposant ist das Gebäude aber allemal. Direkt nebenan ist auf der einen Seite ein kleiner Park, auf der anderen Seite eine Kirche, in der die Königsfamilienmitglieder heiraten. Gegenüber liegt dann noch die Oper, also recht viel los in dem Eck. Von dort aus ging es dann weiter Richtung Plaza del Sol, das Zentrum Madrids und wie die Einwohner Madrids behaupten, Zentrum Spaniens und der Welt. Naja, wenn sie meinen. Auf dem Platz ist natürlich dementsprechend was los, Treffpunkt für Abendgestaltung, Shoppingtouren und vieles mehr. Vorbei an großen und alten Gebäuden, die abwechselnd von den (in Spanien sehr mächtigen) Banken und Ministerien der verschiedensten Art besetzt sind, ging es dann zu dem Platz, wo Real Madrid immer ihre Meistertitel feiern und von dem mehrere wichtige Straßen ausgehen. Anschließend haben wir uns dann mit einem ehemaligen Arbeitskollegen vom Franzosen getroffen und mit ihm die ersten Bierchen Madrids getrunken und zu Abend gegessen. Wie es der Zufall will, hat rein zufällig natürlich an diesem Samstag Abend die spanische Nationalmannschaft ihr Länderspiel gegen Schweden im Bernabeu Stadion von Madrid bestritten. Ich glaube, ich brauche nicht weiter erklären, warum, wann, wieso und weshalb wir sofort nach Ankunft in Madrid zum Stadion gefahren sind, um 2 Karten zu kaufen. Jau, und somit war ich im Bernabeu-Stadion beim 3-0 von Spanien ggn Schweden. Über die Bedeutsamkeit dieses Besuches muss ich wohl keine Worte mehr verlieren. Die Bilder sprechen für sich (auch wenn ein paar der 100000 Plätze nicht besetzt waren...).
Nach der Partie waren wir dann noch kurz unterwegs in der Altstadt auf 2 Bierchen in einem Irish Pub, von dem es eigentlich nicht wenige gibt in Spanien! Nach dem ganzen Tag waren wir natürlich entsprechend kaputt, als wir dann um 3 in unsere Betten sind.

Am nächsten Tag waren wir dann erstmal frühstücken, anschließend sind wir in den Stadtteil beim Zentrum gegangen, wo Sonntags ein Markt mit dem üblichen Tollwood-Kram aber auch nützlicheren Sachen wie Kleidung stattfindet. Nach kurzem Bummeln sind wir dann weiter zum Plaza Mayor, wo am Vortag noch lauter Schweden gefeiert haben. Hier war am Sonntag ein Markt mit Sammlerzeug, also Briefmarken, Münzen und so, außerdem wird da gerade ein Christkindlmarkt augebaut. Um noch mehr zu sehen sind wir dann zum Parque Retiro gegangen, haufenweise Menschen, die versuchen, der Stadtluft wenigstens am Sonntag zu entkommen. Dort haben wir uns dann noch mit einem anderen Bekannten getroffen, mit dem wir dann noch weiter durch die Stadt sind, am Prado-Museum vorbei und am Hauptbahnhof Atocha, an dem vor 3 (?) Jahren das Attentat in Madrid war. Kurz bevor unser Bus um 17.00 wieder Richtung Zaragoza gefahren ist, haben wir dann noch beim Plaza de Toros vorbeigeschaut. Leider war direkt davor ein (dummer) Zirkus, weshalb es keine gescheiten Bilder davon gibt... :( Hier bin ich dann wieder um halb 10 gewesen.
Insgesamt muss man sagen, war das eines der bisher besten Wochenenden in Spanien. Zwar war die ganze Angelegenheit natürlich etwas stressig und ein Tag mehr hätte bestimmt auch nicht geschadet, aber ich glaube, ich habe recht viel gesehen, der Franzose meint, das war das wichtigste. Höhepunkt war natürlich ganz klar die Partie im Bernabeu Stadion, aber auch die Stadt insgesamt ist wirklich schön und interessant. Ich finde zwar Barcelona etwas sehenswerter, was aber wahrscheinlich auch an der kurzen Zeit, die ich in Madrid verbracht habe, liegt. Man hat auch automatisch wieder das Gefühl, im Urlaub zu sein, lauter Ausländer (Deutsche, Franzosen, Engländer, Schweden...) um sich herum und so viele Sachen zu sehen. Ich kann nur jedem empfehlen, sich mal Madrid anzuschauen. Irgendwann erde ich sicher auch nochmal hinfahren.

Das wars, schönen Abend noch. Jetzt kommen endlich die Bilder: Bild 1: Palacio Real, Bild 2: ein Platz, Bild 3: vor der Partie, Bild 4: vor den Hymnen und Bild 5: Parque Retiro



P.S. Ach ja, nebenbei ist mir heute aufgefallen, dass ich schon seit 10 Wochen hier bin, das heisst, die Hälfte des Praktikums ist schon wieder rum...

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Konstantin.
Jetzt habe ich mir doch einmal die Mühe gemacht, mir einen Blockeintrag durchzulesen und ihn auch entsprechend zu analysieren und - zur Abwechslung mal - sachverständig zu kommentieren.

Doch zuerst einmal ein kleiner Tipp im Voraus. Ich habe jetzt zwar keine Karte von Spanien vor mir und weiß nicht genau, wo Zaragoza liegt (dem Fischi zufolge muss es dort ja endgeil sein)und wie weit die nächste Sehenswürdigkeit ist, doch kann ich dir als erfahrener Auslandsbesucher nur wärmstens ans Herz legen, solche Trips zu Sehenswürdigkeiten öfter zu unternehmen, schließlich geht man ja nur aus diesem Grund ins Ausland. Solange der Franzose noch Informationen vorenthält (blöde aber gerechtfertigte Zwischenfrage: welche Sprache spricht der eigentlich außer französisch ... oder bist du vielleicht heimlich dieser Sprache mächtig?), würde ich unbedingt nachhaken und noch mehr solcher Trips unternehmen, denn wann hat man das nächste Mal die Gelegenheit dazu?,... dann werden die Wochenenden vielleicht auch mal abwechslungsreicher, ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber seit Japan weiß ich, dass Kultur alles andere als schädlich ist, coole Bilder anbei (vom Plaza real, der Königliche von Spanien hat neulich in einem hispanisch motivierten, internationalen Kongress zum kubafreundlichen Präsidenten von Venezuela, Hugo Chavez, gesagt, er solle die Klappe oder das Maul oder was auch immer halten was nicht gerade für ständische Nobilität spricht aber egal, die Bauten von denen sind trotzdem geil :-) )..

Okay, beruhigt hat mich natürlich, dass ihr in getrennten Betten geschlafen habt, ich glaube, dass ich es nicht nötig habe, weiter zu erläutern, warum...(bei aller deutsch-französischen Freundschaft, die nach 1806, 1813, 1871, 1918 und 1940 auch ernsthaft gemeint bitter nötig ist, wäre das doch ein kleines bisschen zu weit gegangen :-) )

Das Fussballspiel brauche ich nicht näher zu kommentieren, dazu gibt es in diesem Blog schon genug einschlägige Experten, denke ich.

Den Plaza de Sol als Zentrum der Welt zu sehen, ist meiner Ansicht nach aus spanischer Sicht durchaus gerechtfertigt, schließlich weiß man dort wie es sich anfühlt - auch wenn es schon lange her ist - Weltmacht zu sein.

Ich habe hier noch eine explizite Frage über deine Beobachtungen bezüglich des Nachtlebens...bzw. wie lange ist dort nächtens Stimmung, klappen die (was ich mir allerdings nicht vorstellen kann) um zwölf die Bordsteine hoch oder machen die auch Party?...was du ganz vergessen hast (oder vielleicht hab ich auch vergessen, dass ich es gelesen habe): wie schmeckt das Bier? gibt es dort auch nur San Miguel und Cruzcampo?...sind Madrids Weggehdimensionen ähnlich wie die in Malaga?

Und noch eine kleine Hintergrundinformation: der Anschlag war im ersten Quartal des Jahres 2004 - Präsident Aznar, welcher (meiner Vermutung zu Folge aufgrund des ETA-Attentates, das auf ihn verübt wurde, das er aber überlebte und wohl nicht ganz verdaut hat) den amerikanischen "Krieg gegen den Terror" unterstützte, wurde in den Parlamentswahlen nach dem Anschlag nicht mehr wiedergewählt und der linke Zapatero (klingt krass, aber wie du sicher weißt, heißt es auch NUR Schuster und da muss ich dann leider an den Schusi denken :-) ) wurde neuer Präsident und zog die ohnehin nicht gerade große Anzahl der spanischen Truppen aus dem Irak zurück, ein ziemlich interessanter Vorgang aus politikwissenschaftlicher Seite, wie ich finde...was ich damit sagen will ist, dass der Anschlag bald vier Jahre her ist und hoffentlich der einzige seiner Art in Spanien bleiben wird, ich will Madrid nämlich auch mal sehen, vor allem weil viel Geschichtliches da ist.

In diesem Sinne.
Einen schönen Abend, ich ess jetzt Schweinsbraten und freu mich, dass ich nicht von selbstgemachten Nudeln oder billigem Brotaufstrich aus dem Supermarkt leben muss, dafür gibt es in meinem Auslandssemesteraufenthalt später nicht mal Toilettenpapiert.
Auf Wiedersehen
Peter Ehret

Konsi Gonzalez hat gesagt…

/ Klugscheissmodus aus

;) es freut mich natürlich dass du dich auch mal dazu durchgerungen hast, einen Blogeintrag der länger als 3 Zeilen inklusiv Video ist, durchzulesen.
Die Sache mit dem König und seinem Satz ist hier natürlich der absolute Renner. Fernsehsendungen a la TvTotal erfinden Lieder und was weiss ich noch alles.
Der Franzose spricht natürlich auch Spanisch, sonst könnte er ja schlecht hier arbeiten und seit mehr als 1,5 Jahren in Spanien leben. Englisch kann er auch, deutsch nicht. Da ich immer noch nicht mehr als 3 Brocken Französisch kann, unterhalten wir uns auf Spanisch.
Das Nachtleben in Spanien ist natürlich generell mit das beste in ganz Europa, Madrid natürlich eingeschlossen, auch wenn ich nicht so viel davon mitbekommen habe. Bordsteine werden hier nicht hochgeklappt, selbst morgens um halb 8 (u.a. auch wenn ich Freitags zur Arbeit gehe) trifft man noch nie letzten Nachtschwärmer. Meine Güte die Frage mit dem Bier hättest du dir als alter Profi-Reiser und Weltenbummler ja auch sparen können. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du auch schon alle spanischen Biersorten durchgesoffen hast. Meistens trink ich San Miguel, es gibt aber auch Ambar, ein Bier aus Zaragoza, und andere. Es wird getrunken, was auf den Tisch kommt, verstanden?! Und schmecken tun sie ja alle auch ganz gut ;)
Ach ja und nebenbei, ich esse nicht nur Nudeln und billigen Brotaufstrich.
Also denn, hau rein!

Peter hat gesagt…

Servus.
Klugscheissmodus an/

Vielen Dank für dein ergänzendes Material. Die Frage mit dem Bier habe ich nur gestellt, weil ich wissen will, ob es sich überhaupt lohnt, in Spanien eine andere Biersorte als San Miguel zu kaufen geschweige denn zu probieren.
Sicherlich habe ich auch andere Sorten gesoffen, aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern, vielleicht waren das auch die Guten, du kennst ja meine Devise, je mehr das Zeug abdichtet, desto mehr von Papas Gehalt wird darin investiert :)
Die Sache mit Juan Carlos finde ich sehr witzig, allerdings ist mir Hugo Chavez sehr sympatisch, naja :-)
hau rein
Peder Ered

Anonym hat gesagt…

das witzigste ntro, das ich je gesehen habe, ich liebe diesen kerl!
ES LEBE HANSI HINTERSEHER!
bis dann

http://youtube.com/watch?v=1RhydMkx7-k

Konsi Gonzalez hat gesagt…

:D
Der Tramitz ist einfach der geilste.

Mister Kanister hat gesagt…

ohne den wär mein leben nicht so lustig wie es ist und war ("Jetzt los ihn hoid a moi ausren du oaschloch!")